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Alkoholismus im Film

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Der Freundeskreis Wesel pflegt eine umfangreiche Aufstellung zu Filmen (Alkoholismus im Film).

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28 Tage

Betty Thomas
2000

Die New Yorker Journalistin Gwen Cummings ist ein beliebtes Partygirl. Für sie und ihren Freund Jasper ist das Leben ein einziges Fest mit endlosen Alkohol- und Kokainorgien.

Zur Hochzeit ihrer Schwester kommt Cummings wegen einer durchzechten Nacht zu spät. Dort betrinkt sie sich, benimmt sich total daneben und fährt im Vollrausch mit der Hochzeitslimousine davon, um einen Kuchen zu besorgen. Gwen rammt ein Wohnhaus mit Gartenzaun und wird verhaftet. Die Konsequenz ist eine Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe, welche in eine 28-tägige Zwangsentziehungskur im Zentrum unter dem Namen 'Serenity Glen' umgewandelt wird. Hier wird sie mit einer Reihe von Regeln, wie zum Beispiel gemeinsamem Singen der Patienten und absolutem Handyverbot, konfrontiert. Nach anfänglichen Problemen freundet sie sich mit einigen anderen Patienten an. Gwens Mitbewohnerin Andrea, ein heroinabhängiges 17-jähriges Mädchen, gelangt am Tag vor ihrer Entlassung an Drogen und stirbt an einer Überdosis.

Gwen wird anfangs von ihrem Freund Jasper regelmäßig besucht und heimlich mit Alkohol und Tabletten versorgt, später lehnt sie allerdings weitere Lieferungen ab. Sie verliebt sich in den sensiblen sex-, drogen- und alkoholsüchtigen Baseballstar Eddie. Obwohl Gwen mehrmals gegen verschiedene Regeln verstößt (kein Alkohol, keine Drogen, keine Medikamente) und daher auch beinahe hinausgeworfen wird, kann sie den Entzug erfolgreich abschließen. Beim Abschied gibt Eddie ihr noch den Rat, sich von Jasper zu trennen, da er nicht gut für sie sei. Gwen hat sich inzwischen mit ihrer Schwester ausgesprochen und versöhnt. Sie gewinnt andere Ansichten über das Leben als vor der Therapie und macht mit Jasper Schluss, nachdem dieser sie wiederum zu Partys und Trinkgelagen überreden will.

Barfly

Barbet Schroeder
1987

Der alkoholsüchtige und in Los Angeles lebende Henry Chinaski verbringt seine Tage damit, trinkend und manchmal auch Kurzgeschichten oder Gedichte schreibend dem Radio zu lauschen. Abends besucht er verschiedene Bars, wo er sich betrinkt, um dann zumeist eine Prügelei anzufangen. Besonders er und der Barkeeper Eddie, der sich seiner Meinung nach zu sehr in den Vordergrund stellt, geraten regelmäßig aneinander.

Nachdem er bei einer Prügelei mit Eddie ausnahmsweise als Sieger hervorgegangen ist, bekommt er von seinem Kumpel Jim, der auf ihn gewettet hat, Geld zugesteckt, woraufhin er in eine andere Bar etwas trinken geht. Dort begegnet er der ebenfalls alkoholkranken Wanda, der er von seinem letzten Geld einen Drink spendiert. Dafür bedankt sie sich, indem sie ihn mitnimmt und für beide noch auf Kosten ihres Gönners Wilbur an einer Tankstelle Alkohol und Zigarren für die Nacht besorgt. Die beiden ziehen zusammen und Henry streckt von einer Einkommensteuerrückzahlung für einen Monat die Miete vor.

Während sich Henry auf Arbeitssuche begibt, vergnügt sich Wanda ausgerechnet mit Eddie und einer Flasche Bourbon. Als sie in die Wohnung zurückkehrt, streiten sie sich und Wanda geht wieder, nachdem sie Henry mit ihrer Handtasche eine Platzwunde am Kopf zugefügt hat. Von einem Privatdetektiv herbeigerufene Sanitäter rücken wieder ab, als sie außer dem blutverschmierten Henry niemanden antreffen.

Der Privatdetektiv hat für die Zeitschriftenverlegerin Tully Sorenson, die eine von Henrys Kurzgeschichten veröffentlichen will, den Dichter aufgesucht. Sie zahlt ihm 500 Dollar für die Publikation. Als er sie in ihr Haus begleitet, landet er nach einigem Whisky mit ihr im Bett. Er hält es in ihrem goldenen Käfig jedoch nicht lange aus und kehrt zu Wanda zurück.

Nun ist es Wanda, die eifersüchtig ist und vorgibt, im Sterben zu liegen, woraufhin Henry einen Krankenwagen ruft. Wieder gehen die Sanitäter unverrichteter Dinge, als sie feststellen, dass Wanda nur betrunken ist.

Tully sieht in Henry etwas Besonderes und sucht ihn bald darauf noch einmal in seiner Stammbar auf, wo Henry seinen Freunde ein paar Runden ausgibt. Wanda wird handgreiflich und es kommt zu einem Handgemenge mit Tully, bei dem Wanda die Oberhand behält. Der Film endet damit, dass Eddie für die letzte verlorene Prügelei Revanche fordert und, von allen Gästen begleitet, mit Henry in den Hof hinausgeht.

Crazy Heart

Scott Cooper
2009

Der Protagonist Bad Blake ist ein 57-jähriger Country-Sänger aus Texas und schwerer Alkoholiker. Der Film begleitet ihn auf einer Konzerttour mit seinem Chevrolet Suburban durch verschiedene Bundesstaaten der USA. Er spielt in heruntergekommenen Bars oder auch mal in einem Bowlingcenter – bisweilen vor kaum einem Dutzend Zuhörer. Die Auftritte bestreitet er mit jeweils unterschiedlichen Musikern, mit denen er nur an einem Abend spielt und die bedeutend jünger sind als er. Blake eilt ein Ruf als hervorragender Songwriter voraus, in der Vergangenheit sind ihm auch mehrere Hits gelungen. Er hat jedoch schon vor Jahren aufgehört, neue Songs zu schreiben.

Die wenigen, meist älteren Zuschauer, die ihm bis heute die Treue halten, sehen ihn als Legende und verehren ihn wegen seiner früheren Erfolge. Blake betrinkt sich vor seinen Konzerten mit Whisky und liefert meist eine bescheidene Darbietung auf der Bühne – in einer Szene stürmt er während eines Auftritts nach draußen und muss sich übergeben. Der Chef seines Plattenlabels versucht ihn dazu zu bringen, neue Songs zu schreiben und stellt ihm in Aussicht, dass sich dadurch auch seine finanzielle Situation verbessern würde. Doch Blake lehnt das ab – auf Tour könne er ohnehin nicht schreiben.

Der Besitzer einer Bar, in der Blake spielt, macht ihn mit seiner Nichte, der Journalistin Jean bekannt, die für ein Lokalblatt ein Interview mit ihm führen möchte. Die beiden kommen sich näher und verbringen eine Nacht zusammen. Auch mit Jeans vierjährigem Sohn scheint Blake gut klarzukommen. Jean freut sich über den männlichen Einfluss auf ihr Kind, bittet Blake aber, niemals in seiner Gegenwart Alkohol zu trinken. Aufgrund von Blakes Lebensstil entwickelt sich ihre Beziehung nur zögerlich.

Der Chef seiner Plattenfirma teilt Blake mit, dass er als Vorgruppe bei einem großen Konzert seines einstigen Schützlings Tommy Sweet spielen soll. Während der Konzertvorbereitungen unterhält sich Blake mit Tommy, dem er einst ein Mentor war, der jedoch heute deutlich erfolgreicher ist als er selbst. Er bittet Sweet vergeblich um Hilfe bei seiner Karriere. Das Angebot, gemeinsam mit Blake eine Platte mit alten Liedern aufzunehmen, lehnt Sweet ab – doch auch er bittet Blake darum, neues Material zu schreiben. Als Blake seinen Auftritt als Vorprogramm zu Sweets Konzert absolviert, kommt dieser unter riesigem Jubel des Publikums auf die Bühne, verneigt sich tief vor Blake und die beiden spielen einen von Blakes Songs zusammen.

Als Blake während seiner Tour seiner Freundin Jean einen Besuch abstatten will, schläft er auf der Fahrt zu ihrem Wohnort ein, gerät von der Fahrbahn ab und verletzt sich bei dem darauffolgenden Unfall schwer. Er wacht mit einem gebrochenen Knöchel im Krankenhaus auf. Einer der Ärzte beschwört ihn, seinen Lebensstil radikal zu ändern. Würde er nicht auf Alkohol, Zigaretten und ungesundes Essen verzichten, sei ein Herzinfarkt oder Schlaganfall sehr wahrscheinlich. Blake schlägt die Warnung in den Wind. Die nächsten Tage verbringt er – durch seine Verletzung reiseunfähig – bei Jean und ihrem Sohn. Blake beginnt während dieser Tage damit, wieder eigene Songs zu schreiben und kommt sowohl Jean als auch ihrem Sohn näher.

Nachdem die Tour des Musikers vorbei ist, kommt Jean seiner Bitte nach, ihn in seinem Haus zu besuchen. Blake unternimmt mit Jeans Sohn einen Ausflug in ein Einkaufszentrum. Als die beiden eine Bar aufsuchen und Blake Whiskey bestellt, ist der Junge plötzlich verschwunden, und Blake gerät in Panik. Die Polizei findet das Kind später wieder, doch Jean kann Blake nicht verzeihen und verlässt ihn.

Daraufhin beginnt Blake, sein Leben zu ändern und besucht Treffen der Anonymen Alkoholiker. Nach seinem Entzug versucht er, Jean zurückzugewinnen, die ihn jedoch abweist. Mit dem neuen Material, das er geschrieben hat, gibt er weiterhin Konzerte vor wenigen Menschen. Den Song The Weary Kind jedoch, den er verletzt in Jeans Bett schrieb, verwendet er nicht selbst, sondern überlässt ihn Tommy Sweet, der das Lied zum Hit macht. Der Film endet bei einem großen Konzert von Tommy Sweet: Er trägt The Weary Kind auf der Akustikgitarre vor, und erzählt dem Publikum, dass sein Mentor Bad Blake das Stück geschrieben habe. Blake selbst beobachtet das Konzert gemeinsam mit dem Chef der Plattenfirma vom Backstagebereich aus. Beide wirken zufrieden – sowohl der Autor des Songs als auch die Plattenfirma profitieren finanziell vom Erfolg von Tommy Sweet. Vor der Konzerthalle trifft Blake die Journalistin Jean wieder. An ihrer Hand trägt sie einen Verlobungsring. Sie bittet Blake um ein Interview.

Leaving Las Vegas

Mike Figgis
1995

Ben Sanderson, ein alkoholkranker und beruflich wie privat gescheiterter Drehbuchautor, beschließt, sich nach Las Vegas zu begeben, um sich dort zu Tode zu trinken, nachdem er zuvor seinen gesamten Hausrat verbrannt hat. Dort lernt er die Prostituierte Sera kennen, mit der ihn bald eine intensive Freundschaft verbindet. Allerdings mit speziellen Regeln: Sera darf nicht versuchen, Ben von seinem Vorhaben abzuhalten. Im Gegenzug soll Seras Broterwerb zwischen den beiden kein Thema sein. Ein Deal, der jedoch nur oberflächlich tragfähig ist. Trotz aller Trost- bzw. Hoffnungslosigkeit der jeweiligen Perspektiven hat sich nämlich eine besondere Form der Liebe entwickelt, was im Ergebnis aber nichts daran ändern kann, dass Ben seinen Plan schließlich in die Tat umsetzt.

Wie ein Licht in der Nacht

Florian Baxmeyer
2012

Carla, eine erfolgsverwöhnte Maklerin, hat ihr Leben lang alles ihrem Job untergeordnet. Ihr Mann (Friedrich von Thun) ließ sich von ihr scheiden, die Tochter geht ihr seit Jahren enttäuscht aus dem Weg. Als die Powerfrau die Rente antritt, fällt sie in ein tiefes Loch. Ihre Einsamkeit ertränkt sie in Alkohol: Aus dem Gläschen Champagner am Mittag wird eine ganz Flasche, schon bald greift sie zu Hochprozentigem. Carla will sich ihre Abhängigkeit nicht eingestehen. Einen Menschen, mit dem sie über ihr Problem reden könnte, hat sie nicht. Die Hilfsangebote ihres neuen Hausmeisters Horst Keller (Klaus J. Behrendt) weist die distinguierte Dame barsch zurück. Christiane Hörbiger spielt in diesem von der Kritik gefeierten Alkoholdrama mit unglaublicher Intensität und zugleich differenziert und fernab aller Klischees.